Durch den Triathlon zurück ins Leben

Marcus Ziemann - HängematteMarcus Ziemann hat nach schwerer Herzerkrankung wieder mit seinem Hobby begonnen. Eigentlich hatte Marcus Ziemann schon gedacht,er würde seinem Hobby,dem Laufen,nie wieder nachgehen können. Es war vor zwei Jahren nach einem Marathon in Stockholm.Ich habe mich da durchgequält, erinnert sich der 35-Jährige. Auf Grund einer Zerrung hätte er eigentlich nicht laufen sollen. Er tat es trotzdem. Eine Erklärung für den langen Leidensweg, der folgte, ist das aber nicht.Eine Stunde nach dem Zieleinlauf hatte der Herner plötzlich Herzflattern - eine Folge der grossen Anstrengung, vermuteten die schwedischen Aerzte. Eine Woche später kamen die Probleme wieder. Marcus Ziemann ging von einem Arzt zum nächsten. Jeder hatte eine andere Diagnose, aber keiner eine Lösung. Schliesslich wurde festgestellt, dass Ziemann eine (zu) niedrige Herzschlagfrequenz habe.Schneller als ich gucken konnte, wurde der Familienvater operiert, bekam einen Schrittmacher. Dadurch wurde es dann richtig schlimm. Es ging ihm schlecht.Bis er an einen Spezialisten geriet, der den Schrittmacher endlich richtig einstellte,nämlich im Prinzip aus.Das Gerät reagiert nur noch,wenn sein Herz weniger als 30 Mal in der Minute schlägt. Der Schrittmacher hat das Herz verwirrt, gibt Ziemann die Diagnose des Spezialisten kurz wieder. Der glaubt zudem, dass der Herzschrittmacher von Beginn an die falsche Behandlung war. Die Herzfrequenz könnte schon einmal niedrig sein, bei einem Leistungssportler wie Marcus Ziemann einer war. Und wieder ist. Nach dem Okay von seinem Arzt fing er im Januar 2006 wieder mit dem Laufen an. Ein paar Volksläufe von fünf bis zehn Kilometern: So habe ich mich wieder rangearbeitet. Sehr erfolgreich mit guten Platzierungen. Nur irgendwann füllte ihn das Laufen alleine nicht mehr aus. Deshalb kaufte der Horsthauser sich im Dezember im Internet ein Rennrad und begann im Januar mit Triathlon. Warum? Das habe ihn schon immer gereizt, sagt der 35-Jährige, der von Beruf Netzwerktechniker ist. Jeder braucht ein Hobby.Hobby ist gut: acht bis 14 Stunden joggt Ziemann jede Woche, im Trainingslager auch mal 22. Hinzu kommen Schwimmdistanzen von drei bis vier Kilometern, unter anderem im Rhein-Herne-Kanal. Am Wochenende dann noch Radfahren - zum Beispiel mal eben zur Mutter nach Rees - knapp 120 Kilometer bis an den Niederrhein. Aber Marcus Ziemann scheint das Richtige gefunden zu haben. Es gehe ihm sehr gut, sagt er und sieht auch danach aus. Ausserdem ist er richtig gut in seinem Sport. Gerade das Schwimmen - früher war Ziemann eher Hobby- Planscher - ist zu seiner besten Disziplin geworden. Am 5. August will er zum ersten Mal beim Ironman (Antwerpen) starten - einem Projekt-Triathlon mit extra grossen Distanzen. Nicht ganz so gross wie beim wohl berühmtesten Ironman auf Hawaii(übrigens ein Fernziel Ziemanns), aber 2 km Schwimmen, 90 km Radfahren und abschliessend ein Halbmarathon (21,1 km) dürften auch erst einmal reichen. Selbst die Kollegen vom Triathlon-Verein finden das enorm für einen Sportler, der erst so kurze Zeit dabei ist. Lebensgefährtin Anja und Tochter Leonie sowieso. Und das Ziel? Eigentlich erst einmal ankommen, sagt Ziemann. So richtig überzeugend klingt das nicht. Das schon eher: Die Fünf-Stunden-Marke wäre schön, gibt er zu. Vielleicht reiche es, mit viel Glück, sogar für die Qualifikation zu den Weltmeisterschaften in Florida. Na dann. Viel Erfolg!

Marcus Ziemann - Rückenansicht

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